Handball 1. Liga, Finalrunde
TV Dagmersellen – SG GC Amicitia / HC Küsnacht 23:29 (8:11)
Es war eine klare Leistungssteigerung gegenüber der Vorwoche, doch es reichte gegen den Tabellenführer GC/Amicitia zu keinem Punktegewinn. Nach der starken ersten Halbzeit war noch alles drin. Doch zehn schwache Minuten des TVD gleich nach der Pause nutzten die schnellen und wendigen Zürcher Gäste brutal aus und entschieden die attraktive Partie vorzeitig. Die Dagmerseller kämpften aber unverdrossen weiter und konnten die Niederlage am Ende im Rahmen halten.
von Jonas Häfliger
Man sah es von der ersten Minute an, dass sich die Dagmerseller gegen den bis jetzt noch ungeschlagenen Leader GC/Amicitia einiges vorgenommen hatten. Der Start gelang mit einem 2:0 optimal. Auch in der Folge hielt die TVD-Abwehr dem Druck der technisch starken Zürcher stand. Abwehrchef Pascal Tschupp dirigierte seine Kollegen sehr gut und im Tor glänzte Ramon Häller mit einigen Big Saves. So führte der TVD nach zwölf Minuten wieder mit 5:4. Doch auch GC/Amicitia verteidigte hervorragend. Die Dagmerseller hatten grosse Mühe in gute Abschlusspositionen zu kommen und sündigten leider das eine oder andere Mal im Abschluss zu viel. Man geriet in Rückstand, doch dieser hielt sich mit dem 8:11 bis zur Pause noch im Rahmen. Nur elf Gegentore in 30 Minuten gegen einen dynamisch aufspielenden Gegner zeugten von der ganz starken Defensivleistung und liessen für die zweite Halbzeit noch jeden Ausgang zu.
Tempo und Tore
Die Pause schien den Dagmersellern jedoch nicht gut getan zu haben. Auf jeden Fall gelang während gut zehn Minuten kaum mehr etwas und man kassierte in dieser Phase auch noch zwei Strafen. Die Zürcher Gäste drückten weiter enorm aufs Tempo und stellten die Dagmerseller mehrmals vor unlösbare Probleme. Es war unverkennbar, dass einige der jungen Akteure bereits Erfahrungen in der höchsten Schweizer Liga sammeln konnten. So stand es in der 42. Minute 10:18. Die Entscheidung war gefallen. Coach Martin Prachar nahm darauf das Timeout und das brachte seine Mannschaft wieder besser in die Spur. Es ging nun hin und her in diesem schnellen und attraktiven Spiel. Die Dagmerseller kämpften unverdrossen weiter, erzielten nun auch ihre Tore und kamen beim 18:23 in der 54. Minute sogar wieder auf fünf Tore heran. In dieser Schlussphase kamen auch die Ersatzspieler zu ihren Einsätzen und machten ihre Sache sehr gut. Vor allem der junge Torhüter Leon Hagmann hielt einige Male bravourös. Schliesslich siegten die Zürcher Gäste verdient mit 29:23 und unterstrichen, dass sie aktuell die beste 1. Liga-Mannschaft sind. Trotz der Niederlage verdient sich der TVD aber auch ein Lob. Die Mannschaft gab über 60 Minuten alles und steckte nie auf. Der grosse Applaus nach der Partie zeigte, dass auch die 240 Zuschauer mit ihren Jungs zufrieden waren.
Nun auswärts in Yverdon
Am nächsten Samstag, 26. März geht es für die Dagmerseller in Yverdon weiter. Spielbeginn in der Sporthalle Léon Michaud: 18.00 Uhr. Die Romands liegen auf Tabellenplatz 2, haben aber zuletzt auch zu Hause gegen Emmen verloren. Hopp TVD!
Spieltelegramm: Chrüzmatt – 240 Zuschauer – SR: Maurer/Maurer – Strafen: TVD 4×2, GC 1×2 Min. –– TVD: Häller/Schöpfer/Hagmann; Häfliger F. (2), Wyss (4), Tschupp P., Oggier (5), Tschupp K. (2), Huber (1), Sommer (6/4), Döös (2), Peyer, Renggli, Häfliger J.. – GC Amicitia: Jaggy/Cachin; Zimmermann (2), Laszlo (5), Hayer (3), Bamert (4), Tran (3), Trachsler (1), Antelmann (1), Bader (1), Hauller (1), Platz (5/1), Gottardi (1), Parolo (2).
Stimmen zum Spiel
«Wir haben eine Reaktion gezeigt»
TV Dagmersellen. «Das war doch eine schöne Reaktion auf die zuletzt dreimal in Folge ungenügenden Leistungen», so TVD-Präsident Peter «Simi» Staub nach dem Match gegen den verlustpunktlosen, spiel- und tempostarken Leader GC Amicitia/Küsnacht. Klar, man hatte, wie allgemein erwartet werden musste, mit 23:29 verloren. «Aber», so Spielmacher Urs Oggier, «wir haben in Halbzeit eins resultatmässig sehr lange richtig gut mitgehalten. Und gegen Ende konnten wir auch im Abschluss einige richtig gute und von Erfolg gekrönte Aktionen zeigen.»
Das sah auch der polyvalent einsetzbare Fabian Häfliger so. Nach zwei geblockten Schüssen aus dem Rückraum liess er den Kopf nicht hängen und traf noch zweimal sehenswert. «Im Voraus hätte ich für ein Resultat dieser Grössenordnung wohl unterschrieben», sagte er. «Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass wir gerade in der Offensive doch einiges verschenkt haben. Ein knapperes Ergebnis wäre durchaus möglich gewesen.»
Einig waren sich Urs Oggier und Fabian Häfliger auch in der Bewertung des Gegners. «Die Zürcher mit einigen herausragenden Spielern, welche bereits in der NLA zum Zuge kommen, und zwei ausgezeichneten Torhütern, sind vor allem im Entscheidungsverhalten enorm stark. Fast jeder findet blitzschnell die beste Lösung,» so ein beeindruckter Urs Oggier. Fabian Häfliger imponierte «vor allem das technische Rüstzeug und die Genauigkeit in ihrem schnellen Spiel.»
Man habe auf die zuletzt nicht überzeugenden Leistungen gut reagiert. «Jeder gab alles. Das gefiel auch unseren Fans, wie der Schlussapplaus zeigte», sagte Urs Oggier. Fabian Häfliger freute sich, dass einige Akteure, die zuletzt wenig Einsatzzeit erhielten, in diesem Match eine Chance erhielten und überzeugen konnten. Er dachte da an Vitus Hodel, dem ein blitzsauberes Tor gelang, und an den jungen Goalie Leon Hagmann, der in seinem Einsatz einige starke Paraden zeigte und den zuvor ebenfalls stark parierenden Ramon Häller sehr gut vertrat.
Renato Cavoli